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Ökostrom erkennen: Herkunftsnachweise und Labels verstehen

Stand: 12.07.2026

Ökostrom klingt einfach: Strom aus Sonne, Wind und Wasser. Doch hinter dem Wort stecken sehr unterschiedliche Angebote. Manche Tarife fördern wirklich neue Anlagen. Andere kaufen nur Nachweise dazu. In diesem Artikel erklären wir neutral, wie Sie den Unterschied erkennen — und wie Sie den Ökostrom-Filter bei uns richtig einordnen.

Was aus Ihrer Steckdose kommt

Zuerst ein wichtiger Fakt: Physisch bekommt jeder Haushalt den gleichen Strom. Im Netz mischt sich der Strom aus allen Quellen. Ein Ökostrom-Tarif ändert nicht, welche Elektronen bei Ihnen ankommen. Er ändert, wofür Ihr Geld steht: Ihr Anbieter muss für Ihren Verbrauch Strom aus erneuerbaren Quellen beschaffen oder entsprechende Nachweise vorlegen. Ökostrom ist also eine Frage der Abrechnung und der Förderung — nicht der Leitung.

Herkunftsnachweise: das Grundprinzip

Der zentrale Baustein heißt Herkunftsnachweis. Das ist ein elektronisches Dokument. Es belegt, dass eine bestimmte Menge Strom aus einer erneuerbaren Anlage stammt. In Deutschland verwaltet das Umweltbundesamt dafür ein eigenes Register. Wichtig zu verstehen: Der Nachweis kann getrennt vom Strom gehandelt werden. Ein Anbieter kann also normalen Börsenstrom einkaufen und dazu Herkunftsnachweise erwerben, zum Beispiel von Wasserkraftwerken im Ausland. Der Tarif darf sich dann Ökostrom nennen. Das ist legal und transparent geregelt — aber es baut nicht automatisch neue Windräder.

Die Kernfrage: Zusätzlichkeit

Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Fachwelt spricht von Zusätzlichkeit: Sorgt Ihr Tarif dafür, dass zusätzliche erneuerbare Anlagen entstehen? Das kann auf mehreren Wegen passieren. Manche Anbieter investieren einen festen Betrag je Kilowattstunde in neue Anlagen. Andere kaufen ihren Strom direkt aus jungen Anlagen. Wieder andere bauen selbst. Ein Tarif, der nur Nachweise zukauft, hat diese Wirkung nicht. Auf der Rechnung sehen beide gleich aus — deshalb lohnt der Blick in die Tarifbeschreibung.

Labels: Orientierung, aber keine Garantie

Weil das kaum jemand selbst prüfen kann, gibt es Ökostrom-Labels. Bekannte Beispiele sind das Grüner Strom Label und ok-power. Solche Labels verlangen mehr als nur Herkunftsnachweise, etwa Investitionen in neue Anlagen. Die Kriterien unterscheiden sich aber von Label zu Label. Wir bewerten die Labels nicht und empfehlen keines. Unser neutraler Rat: Prüfen Sie beim Anbieter, welches Label ein Tarif trägt und was dieses Label konkret verlangt. Die Label-Anbieter erklären ihre Kriterien öffentlich auf ihren Seiten.

So nutzen Sie den Ökostrom-Filter bei uns

In unserem Vergleich können Sie nach Ökostrom filtern. Dabei sind wir ehrlich über die Grenze: Der Ökostrom-Filter zeigt nur Tarife, die der Anbieter als Ökostrom kennzeichnet. Ob ein Tarif zusätzlich Labels trägt oder in neue Anlagen investiert, steht in den Tarifdetails beim Anbieter. Der Filter ist also der Startpunkt, nicht das Urteil. Den Vergleich starten Sie auf der Strom-Seite mit Ihrer Postleitzahl.

Kostet Ökostrom mehr?

Nicht unbedingt. Ökostrom-Tarife liegen preislich oft nah an vergleichbaren normalen Tarifen. Es gibt teure und faire Angebote — wie überall. Vergleichen lohnt sich deshalb auch hier. Achten Sie wie immer auf die Kosten im ersten und im zweiten Jahr und auf die Vertragsbedingungen. Wie der Wechsel dann abläuft, erklärt der Artikel Stromanbieter wechseln. Kurz gesagt: Ökostrom ist eine gute Wahl — wenn Sie wissen, was Ihr Tarif wirklich leistet.

Häufige Fragen

Kommt bei Ökostrom anderer Strom aus der Steckdose?
Nein. Im Netz mischt sich der Strom aus allen Quellen. Ihr Tarif regelt, wofür Ihr Geld steht: Der Anbieter beschafft für Ihren Verbrauch Strom aus erneuerbaren Quellen oder Nachweise dafür.
Was ist ein Herkunftsnachweis?
Ein elektronisches Dokument. Es belegt, dass eine Strommenge aus einer erneuerbaren Anlage stammt. In Deutschland führt das Umweltbundesamt dafür ein Register.
Ist jeder Ökostrom-Tarif gleich wirksam?
Nein. Manche Tarife fördern neue Anlagen, andere kaufen nur Nachweise zu. Labels wie Grüner Strom oder ok-power verlangen mehr — die Kriterien unterscheiden sich je Label.
Wie finde ich Ökostrom bei heimtarif?
Mit dem Ökostrom-Filter im Vergleich. Der Ökostrom-Filter zeigt nur Tarife, die der Anbieter als Ökostrom kennzeichnet. Details zu Labels stehen beim Anbieter.

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